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25. Juli 2016 - Joachim Kobuss

Umbruch im Designbereich

Über die Wirkungsrelevanz einer partnerschaftlichen Initiative in Zeiten gesellschaftlicher, kultureller, politischer und wirtschaftlicher Herausforderungen.

Zusammenbruch oder Durchbruch?

Der ungarische Autor, Systemtheoretiker und Wissenschaftsphilosoph Ervin Laszlo hat in seinem Buch »Macroshift« (USA 2001/D 2003) eine »Chaossprungphase des weltweiten Macroshift« prognostiziert – »ausgelöst durch extreme Belastungen infolge politischer Konflikte, Anfälligkeit der Wirtschaft, gesellschaftlicher Unsicherheit, finanzieller Volatilität und wachsender Probleme mit dem Klima und der Umwelt.« Er schrieb: »Die fortschreitende Globalisierung der Wirtschaft verbunden mit intensiverem Kontakt völlig uneinheitlich ausgeprägter Kulturen und Gesellschaften drängt zu einer unabdingbaren Entscheidung. Wenn die ab 1860 in Gang gesetzten und ab 1960 beschleunigten Abläufe unverändert andauern, wird der weltweite Zusammenbruch folgen.«

Er folgert aber auch, dass das Wesen der daraus hervorgerufenen Transformation nicht schicksalhaft ist und es in einem chaotischen System alternative Evolutionspfade gibt. Zwei Möglichkeiten zog er in Betracht:
Eine Zusammenbruchsperiode ab 2010 – »Sturheit und mangelnde Voraussicht werden zu Belastungen führen, welche die bestehenden Institutionen nicht länger aushalten können. Konflikte brechen aus, die Gewalt und Anarchie nach sich ziehen.« Eine Durchbruchsperiode ab 2010 – »Ein neues Denken mit angepassteren Werten und einem weiterentwickelten Bewusstsein katalysiert die Kreativität in der Gesellschaft. Menschen und Institutionen lernen, den weltweiten Macroshift zu navigieren und die durch unreflektierte Begeisterung für Technologie, Wohlstand und Macht entstandenen Belastungen zu meistern. Ein neues Zeitalter bricht an: das Zeitalter einer friedlichen und nachhaltigen Kultur […]«

Welchen der beiden Pfade wir gehen werden, ist in Anbetracht jüngster Ereignisse ungewiss. Aber die Chance zum Durchbruch besteht!

Umbruch gestalten!

Unsere partnerschaftliche Initiative versteht sich als Umbruchgestalter, mit dem Ziel, Chancen zu nutzen und einen Beitrag zum Durchbruch zu leisten – regional mit überregionaler Ausstrahlung.

Wir fingen damit klein an und haben uns die Zeit genommen, zu wachsen – nicht quantitativ sondern qualitativ. Vor allem in unserer Zusammenarbeit, in unserer Kommunikation. Das heißt, wir haben uns von Anbeginn unsere Unterschiedlichkeit bewusst gemacht – zehn Individuen, die sehr verschieden sind, weit davon entfernt, homogen zu sein. Wir haben in einem dialogischen Prozess genau dieser Individualität Raum gelassen, uns kennen, respektieren und vor allem aushalten gelernt. Und weil wir dies haben reifen lassen, hat sich uns fortwährend das Gemeinsame gezeigt. Dieses uns Verbindende ist mehr als vorher ersichtlich war. Unser wertvollstes Gut ist unsere Heterogenität, mit der wir gelernt haben, leben und arbeiten zu können. Auf dieser Basis waren/sind wir mehr und mehr in der Lage unsere Kommunikation dialektisch zu erweitern, das Gemeinsame in den Mittelpunkt zu stellen, ohne in Gefahr zu laufen, von unserer Unterschiedlichkeit überrascht und blockiert zu werden.

Wir haben das über mehr als zwei Jahre regelmäßig geübt und weiterentwickelt, haben in dieser Zeit unser Selbstverständnis und unsere Haltung definiert, Utopien und Ziele formuliert. Und wir haben ein erstes Austauschformat entwickelt – unseren DENKRAUM.

Nun ist die Zeit gekommen damit an die Öffentlichkeit zu gehen. Wir wollen darüber informieren, dass es uns gibt, welche Erfahrungen wir gemacht haben und was uns bewegt, den Umbruch aktiv zu gestalten.

Wir wollen allen Interessierten sagen, dass es möglich ist, trotz aller Unterschiedlichkeit – oder gerade deswegen – Chancen gemeinsam wahrzunehmen, diese zu interpretieren, sie zu visualisieren und umzusetzen.

Wir wollen zeigen, was Designer_innen zu leisten vermögen und welchen Wert sie für unsere Kultur, unsere Gesellschaft haben.

Wir wollen alle einladen, mitzumachen und uns gemeinsam zu einem neu gedachten Umbruch verhelfen. Ja uns allen – berufliche und nichtberufliche Designer_innen. Sie!

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